Wer mit einer Katze zusammenlebt, kennt das Ritual. Kaum steht die Terrassentür einen Spalt offen, ist sie weg. Zwei Minuten später sitzt sie auf der Gartenmauer, dem Zaunpfosten oder dem Dach vom Carport und schaut herunter, als hätte sie diesen Posten schon immer innegehabt.
Bei uns sammeln sich solche Aufnahmen ganz von allein. Niemand baut dafür ein Stativ auf und wartet. Man geht raus, schaut nach oben, und da sitzt sie. Immer eine Etage höher, als man selbst gerade steht.

Kätzchen vor dem Haus
Familie & Tiere
Der beste Platz ist der mit Aussicht
Dass Katzen erhöhte Plätze mögen, ist keine große Entdeckung, sondern etwas, das jeder Halter nach der ersten Woche weiß. Von oben lässt sich mehr überblicken, man ist Hunden und Kinderfüßen aus dem Weg, und auf einer Mauer kommt die Sonne früher an als unten im Gras.
Das eigentliche Schauspiel ist ohnehin der Aufstieg. Manche Katzen springen in einem einzigen Zug hoch, ohne jede Ankündigung. Andere brauchen drei Anläufe, setzen sich anschließend hin, tun so, als wäre genau das der Plan gewesen, und putzen sich erst einmal ausgiebig die Schulter. Es gibt kaum ein Tier, das sich so souverän aus einer misslungenen Bewegung herausredet.
Katze auf der Holzmauer
Familie & Tiere
Wer Katzen im Garten hat, kann diesen Hang zur Höhe leicht bedienen: ein stabiles Brett quer über die Mauer, ein Regalbrett am Fenster, ein Baumstumpf, der einfach stehen bleiben darf. Entscheidend ist nur, dass nichts wackelt und dass die Katze auch wieder heruntersteigen kann, ohne springen zu müssen. Der Rest ergibt sich.
Und dann setzt man sich mit einem Kaffee darunter und wird beobachtet. Nicht angeschaut – beobachtet. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wer in diesem Haushalt eigentlich wen hält – und wer von beiden den besseren Platz hat.
"Meine Katze hat drei Lieblingsplätze, und alle drei sind höher als ich."
Kommentare0