
Skateboard-Rampen-Fieber
Unterwegs
Ein Sportplatz hat Linien, Maße und Öffnungszeiten. Die Orte, um die es hier geht, haben nichts davon. Sie entstehen dort, wo eine Fläche glatt genug ist, eine Kante hoch genug und niemand kommt, um jemanden wegzuschicken.
Wir waren an drei Nachmittagen in Folge unterwegs, immer im selben Viertel, und haben zugesehen, wie sich dieselben zweihundert Quadratmeter Beton mehrfach am Tag umbauen. Vormittags stehen dort Fahrräder. Nach der Schule gehört die Rampe den Boards. Wenn es dunkel wird und die Laternen angehen, zählt nur noch, wer den Korb trifft.
Das Erstaunliche ist nicht, dass so viel Bewegung auf so wenig Platz passt. Es ist, wie geräuschlos die Übergabe funktioniert. Niemand verhandelt, niemand bucht. Man merkt, dass man dran ist, und stellt sich dazu.
Hundert Versuche für drei Sekunden
Von außen sieht Skaten nach Leichtigkeit aus. Aus der Nähe ist es vor allem Wiederholung: anrollen, ansetzen, danebengreifen, das Board mit dem Fuß zurückholen, noch einmal. Der Trick, der später wie ein einziger flüssiger Moment wirkt, besteht aus einem Nachmittag voller Fehlversuche, den keiner filmt.
Beim Basketball ein paar Meter weiter ist es dasselbe Prinzip in anderer Lautstärke. Dort wird gerufen, gelacht und gestritten, aber der Kern ist gleich: eine Bewegung so oft wiederholen, bis der Körper sie ohne Nachdenken kann. Wer lange genug zuschaut, hört den Unterschied sogar — das Klacken der Achsen auf der Kante, das Klopfen des Balls auf dem Asphalt, beides in einem Takt, der erst aufhört, wenn es zu dunkel ist.
Und genau das macht diese Plätze zu Reisezielen. Man muss nirgendwo hinfliegen, um Bewegung zu sehen. Es reicht, sich an den Rand zu setzen und eine Stunde nicht wegzugehen.
Höhenflug über den Basketballplatz
Unterwegs
"Wir haben hier keine Mannschaft und keine Uhrzeit. Wenn zwei da sind, wird gespielt."
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